Die Euro-asiatische Konferenz in Odessa
Am 16.-17. Juli fand eine euro-asiatische Konferenz in Odessa statt. Die Konferenz wurde von AWO Heimatgarten organisiert.
Partner der Konferenz war die Nationale juristische Akademie Odessa, mit der AWO Heimatgarten seit 2,5 Jahren intensiv zusammenarbeitet. Die Nationale juristische Akademie Odessa ist eine angesehene Juristische Fachhochschule im Süden der Ukraine.
Über 30 Journalisten, Juristen, Sozialarbeiter aus der Russischen Föderation, der Ukraine und Moldawien wurden nach Odessa eingeladen. Die Teilnehmer der Konferenz wurden aus mehr als 200 Bewerbern ausgewählt, die im Vorfeld der Konferenz Essays über Migration an die internationale Kommission des Wettbewerbs geschickt hatten. Das Weiterbildungsseminar „Migrationprozesse in Westeuropa, der Russischen Föderation und der Ukraine“ bestand aus Theorie und Praxis. Das Seminar fand im Rahmen des EU Projekts „Brücken guter Nachbarschaft“ statt. Das Seminar wurde in den Räumen der Juristischen Akademie durchgeführt.
Neben den Journalisten konnten wir folgende Experten für die Konferenz gewinnen:
Lydia Grafova – Journalistin, Menschenrechtslobbyistin, Leiterin des „Forums Flüchtlinge und Umsiedler“ (Moskau, Rußland).
Wladimir Jewtuschenko – Lektor der staatlichen Universität Belgorod (Rußland)
Jeannette Dittmar – Projektkoordinatorin „AWO Heimatgarten“ (Berlin, Deutschland)
Nadezhda Alenina – Projektmanagerin, Stiftung „Neues Eurasia“ (Moskau, Russland)
Wolfgang Lerke – Präsident des Moldauisch-deutschen Wirtschaftsvereins, deutscher Botschafter a.D in Moldawien
Alexey Yesin – Stellvertretender Chefredakteur der TV Station RIAK (Odessa, Ukraine)
Wadim Barskij – Dozent des Lehrstuhls für Verfassungsrecht ONUA, Chef der Abteilung für internationale Beziehungen (Odessa, Ukraine)
Igor Markow – Leiter des Ukrainischen Zentrums für Soziale Studien, Direktor des Bereichs für ethnosoziale Forschungen am Institut für Volkswissenschaft der Nationalen Akademie für Wissenschaft der Ukraine, Direktor des Labors für Soziale Forschungen am Zentrum für Unterstützung von Privatinitiativen (Lviv, Ukraine)
Svitlana Odinets – Projektkoordinatorin für Medientechnologien (Lviv, Ukraine)
Viktoria Timofeewa – Vorsitzende des Wohltätigkeitsfonds „Mitleid“ – Hilfe für Flüchtlinge, (Odessa, Ukraine)
Hatak Eftehar – Präsident der NGO „Internationales Komitee für den Schutz der Menschenrechte“ (Odessa, Ukraine)
Anatolij Pritula – Dozent am Lehrstuhl für Strafrecht der Internationalen humanitären Universität (Odessa, Ukraine)
Ivan Suprunowskij – Direktor des Migrationsamts Odessa (Ukraine)
Das Seminar wurde mit Grußansprachen des Vizepräsidenten der juristischen Akademie, des Prorektors für internationale Beziehungen, Herrn Prof. Dr. Wyacheslaw Tulyakov, des Direktors der AWO Heimatgarten, Herrn Volker Tegeler und der Projektkoordinatorin von AWO Heimatgarten, Frau Olga Cherkez eröffnet.
Es wurden zahlreiche Vorträge, die unterschiedliche Aspekte von Migration thematisierten, von Juristen, Menschenrechtsschützern und Journalisten gehalten. Thematische Schwerpunkte waren: ökologische Aspekte der Migration, Migrationrecht, Migration und Gender, Medien und Migration und viele andere.
Der Pressesekretär des Parlaments der Republik Tschetschenien, Herr Selimchan Yakhikhanow, überbrachte ein Grußwort des Vorsitzenden des Parlaments der Republik Tschetschenien, Herrn Dukwakha Abdurakhmanow.
Während des Seminars wurden drei praxisorientierte Masterclasses durchgeführt (Lidia Grafowa, Jeannette Dittmar, Alexej Jesin).
Lidia Grafowa ist eine bekannte Journalistin und Menschenrechtskämpferin. Ihre Artikel sind oft sehr provokant. In ihren Veröffentlichungen gelingt es ihr, die Öffentlichkeit und die Regierung auf Probleme der Migranten und Schwierigkeiten in der Durchführung der Migrationspolitik aufmerksam zu machen. Frau Grafowa wurde kürzlich mit dem Preis von der russischen Regierung ausgezeichnet. Frau Grafowa ist Redakteurin der Zeitschrift „Migration im 21.Jahrhundert“. Während ihrer Masterclass analysierte Lidia Grafowa Artikel der teilnehmenden Journalisten und hat die besten Autoren eingeladen, in ihrer Zeitschrift zu publizieren.
Das Thema von Jeannette Dittmars Masterclass war “Migranten in deutschen Medien. Eine aktuelle Fallstudie“. Nach einer kurzen Darstellung der Geschichte der Migration der letzten 60 Jahres in Deutschland und der Schilderung der sozialen Struktur der Migranten hat J. Dittmar die Darstellung von Migranten in zwei deutschen Zeitungen (Tagesspiegel und BILD) über einen Zeitraum von 14 Tagen analysiert. Die Analyse widerlegte die These, Migranten würden in erster Linie als Problemgruppe dargestellt. Die Masterclass von Alexey Yesin widmete sich dem Thema “Internationale Beziehungen im multinationalen Odessa”. Im Rahmen der Masterclass von A. Yessin entwickelte sich eine kontrovers geführte Debatte der Teilnehmer zum Thema Pressefreiheit.
Zum Abschluß des ersten Arbeitstages besuchten die Teilnehmer das Flüchtlingsheim in Odessa. Die Gäste hatten die Möglichkeit, mehr über das Leben der Flüchtlinge, über Integrationprobleme, Schicksale und Hoffnungen zu erfahren sowie mit eigenen Augen zu sehen, wie die Flüchtlinge ihren Alltag im Heim organisieren.
Zum Abschluß des Seminars erhielten alle Teilnehmer Teilnehmerzertifikate. Höhepunkt des Abschlußessens war die Preisverleihung an die Gewinner des Journalistenwettbewerbs.
Den ersten Preis (ein Netbook) erhielt Sergej Rasov. S. Rasow ist ein bekannter russischer Journalist und Politologe, er lebt in Karaganda, Kasachstan und arbeitet für russische und kasachische Nachrichtenagenturen und Medien.
Thema seines Artikels waren Migrationsphänomene in Zentral Asien, vor allem Arbeitsmigration, verbunden mit der Spezifik der Region.
Den zweiten Platz (einen Fotoapparat) erhielt Selimchan Yakhikhanow aus Tschetschenien. In seinem Artikel beschreibt er das Schicksal von tschetschenischen Flüchtlingen in Deutschland.
Den dritten Platz (ebenfalls ein Fotoapparat) erhielt der Journalist und Sozialarbeiter Nodari Khakhanaschwili. Er arbeitet ehrenamtlich für den Russischen Nationalen Verband von NGOs, ist Georgier und lebt in Moskau. In seinem Artikel analysierte er die Konzeption der demographischen Politik des Russischen Parlaments und die Rolle von Migranten in dieser Konzeption.
Die Texte aller Teilnehmer und Experten werden in einer mehrsprachigen Broschüre publiziert, die im Oktober 2010 erscheinen soll.
Das nächste Qualifikationseminar ist für 2011 in Moskau, Russische Föderation, geplant.
